In der letzten Woche durfte ich in der Neuen Mittelschule Oberwaltersdorf/Trumau einen Vortrag halten, in dem es darum ging, Eltern über die Plattform Facebook zu informieren und aufzuklären. Ich habe nicht als “Facebook-Profi” gesprochen, sondern als Mutter, die sich mit diesem Medium auseinandergesetzt hat – und zwei Kinder im betreffenden Alter hat.
Wie auch beim letzten Mal sind teilweise die Emotionen hochgegangen, und diese möchte ich gerne heute aufgreifen:
Der Wunsch, es so lange wie möglich zu verhindern
Dieser Wunsch ist natürlich bei denjenigen aufgekommen, deren Kinder (noch) zu klein sind, um selbständig am Computer auf Social Networks aktiv zu sein.
Frag’ dich (wenn du betroffen bist), wie sicher du dir bist, dass du nicht möchtest, dass deine Kinder hier aktiv sind. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich am besten die Regeln und Werte vermitteln kann, von denen ich zu 100% überzeugt bin. Dann gibt es weder Diskussion, noch Gemaule von seiten der Kinder (oder Partner, oder Eltern, oder …). Wo ist deine Unsicherheit? Du könntest sie durch Klopfen auflösen, z.B.:
“Ich bin unsicher, ob ich das verbieten kann.”
“Ich habe Angst, dass mein Kind ausgegrenzt wird, wenn es nicht dabei ist.”
“Es ist so anstrengend, das durchzusetzen.”
“Ich fühle mich überfordert, das durchzusetzen.”
Angst vor dem, was die Aktivität meiner Kinder auf Facebook für sie bedeutet
Angst ist immer ein schlechter Ratgeber! Angst blockiert, verunsichert und lässt uns falsche Entscheidungen treffen, bzw. falsche Handlungen einleiten. Welche der folgenden Befürchtungen hast du?
“Ich habe Angst, dass mein Kind gemobbt wird.”
“Ich habe Angst, dass mein Kind den Bezug zur Realität verliert.”
“Ich habe Angst, dass mein Kind zu wenig Umgang mit “echten” Freunden hat.”
“Ich habe Angst, dass sich mein Kind durch Äußerungen die Zukunft verbaut.”
Ärger, dass ich mich damit beschäftigen muss
Tief durchschnaufen
Ja, wir hätten alle sicher nettere Dinge im Hinterkopf, wenn wir Zeit zur Verfügung haben. Wenn du allerdings deinen Ärger darüber auflösen kannst, wirst du schneller und effektiver an dein Ziel kommen. Und dieses Ziel könnte lauten: “ich will informiert sein, um mein Kind zu schützen”.
“Mein Ärger, dass ich mich damit beschäftigen muss.”
“Mein Zorn über diese Zeitverschwendung.”
“Mein Ärger, dass jemand auf so eine blöde Idee gekommen ist.”
“Mein Ärger über die anderen Eltern, die ihren Kindern Facebook erlauben.”
Hilflosigkeit, weil ich es nicht verhindern kann
Ich denke, ab einem gewissen Alter können wir nicht mehr verhindern, dass unsere Kinder mit diesen Medien aktiv umgehen. Um diesen Gedanken ohne schlechte Gefühle denken zu können, sollten wir auflösen, was uns negativ daran berührt:
“Ich fühle mich hilflos, weil ich es nicht verhindern kann.”
“Meine Resignation, weil ich es nicht verhindern kann.”
“Mein Zorn, weil ich es nicht verhindern kann.”
Vertrauen in meine Fähigkeiten als Mutter/Vater
Ich bin ja weder ein absoluter Verfechter von Facebook – auch wenn ich es selbst privat und beruflich nutze -, noch bin ich ein absoluter Gegner. Ich sehe es so: nicht die Plattform selbst ist etwas Böses, aber man kann damit sehr wohl böses anstellen. Es liegt also nicht nur im Auge des Betrachters, sondern in den Fingern des Users
In dieser Woche geht es bei meinem “Klopfer des Tages” (auf Facebook …) um das Thema “Vertrauen”. Und auch hier ist es angebracht: Ich vertraue darauf, dass ich als Mutter/Vater meinem Kind so viel Zuspruch und Selbstbewusstsein gegeben habe, dass es von diesem Medium nicht abhängig ist. Dass es sich auch weiter mit den “echten” Freunden trifft und weiß, wie es sich in der virtuellen Welt zu benehmen hat (genau so wie in der realen).
Darum ein Thymusdrüsen-Satz für dich: (Anleitung: http://wp.me/p1dOjM-2P)
“Ich bin (setze hier deinen Namen ein) und ich vertraue auf meine Fähigkeiten als Mutter/Vater.”
Wenn das so nicht für dich stimmt, dann löse auf, was dich davon abhält!
Zuletzt würde es mich natürlich interessieren, wie du diese gesamte Problematik von Facebook in deiner Familie handhabst! Ich freue mich über deine Kommentare – vielleicht gibst du damit anderen Familien gute Gedanken mit auf den Weg?



